Tinka geht - ein letzter Tanz (April 2010)




Hier sind schon mal die Eckdaten:
Samstag den 17. April
Einlass 19.30 Uhr, Beginn 20.00 Uhr
Kosten 3 € ermäßigt, sonst 5 €

Und hier kommt der Einladungstext:

"liebe freunde des rabababakomplotts!

ich möchte euch heute zu einem besonderen ereignis in wenigen tagen einladen. kommt am sonnabend, den 17., zu uns in den kuba um euch köstlich zu amüsieren, zu lachen und zu weinen und einer ganz besonderen person die letzte ehre zu erweisen!

wer sich in unserer modernen kalten welt nicht so ohne weiteres auf eine solche einladung einlässt, dem möchte ich hier eine geschichte erzählen.

diese geschichte gibt es schon in vielen drehbüchern zu vorabendserien und ausgereiften bühnendramen. und doch ist es eine besondere geschichte.

denn es ist meine.

sie beginnt an einem spätherbstnachmittag vor 6 jahren.
zu diesem zeitpunk befand ich mich, milde ausgedrückt, in einem ziehmlich desolaten zustand. seit tagen hatte ich nichts vernünftiges gegessen oder getrunken. ich fror. ewig hatte ich keinen kontakt mehr zu meiner familie gehabt. freunde hatte ich keine. meine einzigen zwischenmenschlichen kontakte basierten auf den verzweifelten kämpfen mit anderen verlorenen, die mir mein übrig gebliebenes stückchen gefühl für mein selbst zu rauben bereit waren, nur um ihre einsamen triebhaften seelen an mir zu wärmen.
in wenigen tagen sollte es winter werden.
mein letztes richtiges geld hatte ich hoffungsvolle idiotin dafür verwendet, mich zurückzumelden.
aber dreck bleibt dreck, auch mit matrikelnummer.

so dachte ich und so saß ich da, im paradies.

und plötzlich war sie da. ihr rotes haar wehte im wind. verwirrt schaute ich diesem feurigen engel zu. eine junge frau näherte sich unaufhaltsam mit einem flyer in der hand.
meinte sie mich?
sie lächelte mich überaus freundlich an, drückte mir ein kleines zettelchen in die hand und befestigte den rest an einem mast hinter mir. zufall oder schicksal?

mühsam nahm ich wahr, wozu sie mich eingeladen hatte. improtheater? was sollte das?
warum ich?
ich stellte mir einen beheizten raum vor, der engel verteilt kekse....
sein lächeln hatte mich gepackt.

und so traf ich sie dann:
es gab keine kekse, aber weiche sofas und auf diesen saßen sie. ein von angstattacken heimgesuchter kriegsveteran, eine emeritierte nonne, ein herz- und seelenloser workaholic, eine langzeitstudentin, ein nervös zuckender mit vernarbten unterarmen, eine allein erziehende. außerdem noch einige physiker und psychologinnen.

wir spielten ball und erzählten uns geschichten, die rothaarige eine von uns, die uns sanft unser lächeln wiedergab und uns flügel wachsen lies.
bald improvisierten wir unbeirrbar, stützen einander und landeten schließlich auf unseren beinen, fanden lebenswerte leben.

jahre schieren improglücks folgten.

und nun hat sie uns verlassen. tinka hat wieder eine große unruhe gepackt. die stadt die es nicht gibt, hat noch keine improtheatergruppe.

an diesem sonnabend haben wir und habt ihr liebes publikum, die möglichkeit, tinka zum letzten mal als teil des rababakomplotts auf der kubabühne erleben zu können.

kommt und lass uns ihr rotes haar noch einmal zum leuchten bringen!

eure henny vom rababakomplott